Pedro Faura – Musik als Waffe gegen den Faschismus

Pedro Faura (Pseudonym von Bernardo Fuster) machte zur Zeit der spanischen Franco-Diktatur Musik mit der Absicht, sie als Waffe gegen den Faschismus einzusetzen. Er sympathisierte damals mit der an die PCE (m-l) angelehnte FRAP (Revolutionäre Antifaschistische und Patriotische Front), die wie auch andere Organisationen, den bewaffneten Kampf gegen das faschistische Regime führte.

Im Folgenden wollen wir euch vier Lieder des Künstlers und ihre deutsche Übersetzung vorstellen:

Der Text des Songs „Manifiesto“ stammt vom gleichnamigen Album aus dem Jahr 1975, ebenso wie die beiden folgenden Lieder „Puño en Alto“ und „De Madrugada“. Während die beiden letzten genannten Lieder auch von Pedro Faura getextet wurden, stammt der Text von „Manifiesto“ von Alfonso Sastre einem spanischen Schriftsteller und Drehbuchautor, der mehrmals vom Franco-Regime verhaftet wurde.

Das Lied „Maquis“ stammt von Pedro Fauras zweitem Album aus dem Jahr 1976 mit dem Titel “Volver no es volver ‎atrás”. Es ist den republikanischen Widerstandskämpfer:innen gewidmet, die auch nach der Niederlage der republikanischen Kräfte den Widerstand gegen das faschistische Regime teilweise bis in die 50er und 60er Jahre fortsetzten.

Manifest (Manifiesto)

Ich unterschreibe alles.
Aber es geht nicht nur ums Unterschreiben
Es geht ums Schreiben
Aber es geht nicht nur ums Schreiben
Es geht darum, vorzulesen
Aber nicht nur das, sondern auch
darum, auf die Straße zu gehen
Aber es geht nicht nur ums auf die Straße gehen,
sondern auch darum, auf den Bürgersteigen zu rufen
Aber es geht nicht nur ums Rufen
Es geht darum, dass wir uns alle treffen
endlich, für die Gerechtigkeit
endlich, für den Frieden
Aber nicht nur darum, sich zu treffen.
auch darum zu singen
Aber nicht nur darum, zu singen
auch darum, eine Demonstration zu starten
Aber nicht nur, eine Demonstration zu starten, sondern auch
den ganzen Weg bis zum Ziel zu gehen
wer dabei auch falle
die Menschen zu stürzen,
die uns entwürdigen
Aber nicht nur, darum anzukommen, zu stürzen, sondern auch, darum
in Spanien ein neues Spanien zu schaffen
Aber nicht nur darum, sondern auch…

Originaltext:

Yo firmo lo que sea
Pero no se trata tan sólo de firmar
Se trata de escribir
Pero no se trata tan sólo de escribir
Se trata de leer en voz alta
Pero no sólo de eso sino también
de salir a la calle
Pero no se trata tan sólo de salir a la calle
sino tambien de gritar por las aceras
Pero no se trata sólo de gritar
Se trata de reunirnos todos
al fin por la justicia
al fin por la paz
Pero no sólo de reunirnos
también de cantar
Pero no sólo de cantar
también de iniciar una marcha
Pero no sólo de iniciar una marcha sino también
de llegar hasta el fin
y caiga quien caiga ‎
derribar a las gentes
que aquí nos envilecen
Pero no sólo de llegar, de derribar, sino también
de construir dentro de España a España
Pero no sólo de eso, sino también…‎

https://www.youtube.com/watch?v=4lhkKlpbgIM

Im Morgengrauen (De Madrugada)

(gesprochen)

Genosse, der du in den Untergrund gehst,
ein anderer Name, ein anderes Haus, andere Menschen
aber immer der gleiche Kampf

Revolutinärer Genosse,
dein Abschied ist ein Siegesschrei,
hier bleiben deine Straßen, deine Freund,
deine Genossen und deine langen Jahre des Kampfes
hier bleiben sie mit uns

An einem anderen Ort beginnt ein hartes Leben für dich,
aber du weißt sehr gut, dass wir nur kämpfend, nicht besiegt werden können

Wir hier in deinen Straßen mit deinen Menschen,
du an einem anderen Ort, weit voneinander entfernt
wird doch der Kampf unsere Einheit sein
unsere unzerstörbare Einheit
Wir werden siegen!

(gesungen)

Im Morgengrauen, wenn der Himmel noch rot ist
und der Weg meines Lebens bereits vorgezeichnet ist
Sammel ich alle Liebe, die du mir gegeben hast
und mache mich auf, den Schlafenden zu wecken

Für unser Land gehe ich und auf dem Land liegt auch mein Weg
mit dem Mensch, der selbst in seinem Tod noch weiterlebt
mit dem Fabrikrauch und dem Weizen
nur wenn wir kämpfen, können wir nicht besiegt werden.

Wenn sich heute die Fenster des Lebens schießen,
wenn sie uns heute in glühende Ketten legen,
gegen sie stehen die Toten und die Lebenden
gegen sie stehst du, ich und wir alle

Wir werden den Boden wieder als den unseren empfinden
und der Wind wird wieder alle erreichen
wenn wir zurückblicken, werden wir sehen, wer wir waren
und wenn wir heute kämpfen, wer wir sind

Originaltext:

(gesprochen)

Compañero, que pasas a la clandestinidad
otro nombre, otra casa, otra gente
pero siempre la misma lucha

Compañero revolucionario,
tu despidida es un grito de victoria
aquí se quedan tus calles, tus amigos,
camaradas, tus largos años de lucha
aquí se quedan con nosotras
Una dura vida comienza para ti en otro lugar.
Pero tu sabes muy bien que solo luchando no seremos vencidos

Nosotros aquí en tus calles con tu gente tu en otro lugar,
lejos uno del otro
la lucha sera nuestra unión,
nuestra indestructible unión
¡Venceremos!

(gesungen)

De madrugada, cuando el cielo aún está rojo
y el camino de mi vida ya marcado
cogeré todo el amor que tú me has dado
y marcharé a despertar al dormido.‎

Por la tierra y en la tierra mi camino
junto al hombre que en su muerte aún está vivo
junto al humo de las fábricas y el trigo
sólo luchando no seremos vencidos.‎

Si hoy nos cierran las ventanas de la vida
si hoy nos atan con los yugos encendidos
contra a ellos están los muertos y los vivos
contra a ellos estás tú, yo y todos.‎

Volveremos a sentir nuestra la tierra
y el aire llegará otra vez a todos
y mirando atrás veremos quiénes fuimos
y luchando hoy quiénes somos.‎

Hoch die Faust (Puño en Alto)

Hoch die Faust, Genossen
Hoch die Faust, ich komme schon
Hebt sie hoch, sehr hoch
Hebt sie hoch und ohne Angst
Denn je höher sie ist,
mit desto mehr Wucht wird sie bald fallen
auf alle, die mit ihrem Leben
das Blut des Volkes vergießen

Hebt sie hoch, sehr hoch
Genossen, ich komme schon
Als ich nicht bei euch war
war das Unwissenheit, keine Angst
Aber ich habe schon gewusst, habe gespürt,
dass ich nicht frei sein kann,
dass wir nicht frei sein können,
wenn nicht das ganze Volk frei ist!

Hoch die Faust, Genossen
Ich will sie schon auf sie herab fallen lassen
Denn die Zeit ist gekommen,
dem Volk zu geben, was ihm gehört
Hoch die Faust, Genossen
Hoch die Faust, ich komme schon
Ich will mit euch aus Fäusten
einen ganzen Wald formen

Originaltext:

Puño en alto, compañeros
puño en alto que ya vengo
Alzadlo alto, muy alto
Alzadlo alto y sin miedo
Que cuanto más alto esté
con más fuerza caerá luego ‎
sobre los que con su vida ‎
matan la sangre del pueblo

Alzadlo alto, muy alto
compañeros, que ya vengo
Si no estuve con vosotros ‎
fue ignorancia, no fue miedo
Pero ya he sabido, siento ‎
que yo no puedo ser libre
que no podemos ser libres
si libre no es todo el pueblo

Puño en alto, compañeros
que ya descargarlo quiero
Que ya ha llegado la hora ‎
de darle lo suyo al pueblo
Puño en alto, compañeros
puño en alto que aquí vengo
Quiero formar con vosotros
de puños un bosque entero

https://www.youtube.com/watch?v=sT63YmMp0uw

Maquis

Es waren Zeiten des Schmerzes,
der Spaziergänge in den Tod,
der ewigen Abschiede,
des mutigen Widerstands.

Es waren Zeiten der Guerilla,
des unaufhörlichen Kampfes,
und bevor ihr das Gewehr genommen habt,
sagtet ihr, sterben wir kämpfend

Dass niemand die Waffen sinken lasse
Denn so beendet man keinen Krieg
Wir gingen auf die Berge
und verteidigten unser Land

Und auf die Berge gingen sie
sie ließen Ayora unter sich zurück
aus der Sierra von Enguera
kämpfend bis Teruel

Genosse, der du gefallen bist,
nimm deinen Mut und dein Gewehr
denn das Blut, das du vergossen hast,
kann niemals sterben

Dass niemand die Waffen sinken lasse
Denn so beendet man keinen Krieg
Wir gingen auf die Berge
und verteidigten unser Land

Die Verräter konnten
dein unsterbliches Vorbild nicht auslöschen
denn wir sagten, Genug!
Unser Volk wir siegen!

Und heute wird ein neues Spanien
aus Fäusten geboren
mit dem Gewehr und dem Blut,
das du uns gestern gegeben hast

Dass niemand die Waffen sinken lasse
Denn so beendet man keinen Krieg
Wir gingen auf die Berge
wir verteidigen unser Land.

Originaltext:

Fueron tiempos de dolor
de paseos a la muerte
de despedidas eternas
de resistencia valiente.‎

Fueron tiempos de guerrilla
de continuar luchando
y antes de dar el fusil decíais
moriremos peleando.

Que nadie deje las armas
que así no acaba una guerra
subamos a las montañas
defendamos nuestras tierras.

Y a las montañas subieron
dejando Ayora a sus pies
desde la sierra de Enguera
peleando hasta Teruel.

Campañero que caíste
trae tu valor y fusil
que la sangre que vertiste
ya nunca puede morir.

Que nadie deje las armas
que así no acaba una guerra
subamos a las montañas
defendamos nuestras tierras.

No pudieron las traiciones
borrar tu ejemplo inmortal
porque hemos dicho basta
nuestro pueblo va a triunfar.

Y hoy una nueva España
de puños vuelve a nacer
con el fusil y la sangre
que tu nos dejaste ayer.

Que nadie deje las armas
que así no acaba una guerra
subamos a las montañas
defendamos nuestras tierras.‎

 

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