Buchempfehlung: Sergej Mstislawski „Die Krähe ist ein Frühlingsvogel“

Der historische Roman „Die Krähe ist ein Frühlingsvogel“ von Serhej Msttislawski, erschienen im Jahr 1951 vom Verlag Neues Leben, nimmt uns mit in die Vorjahre der russischen Revolution. Zwischen Schmunzeln und Ernsthaftigkeit gelingt es dem Autor, mit einem einfachen, schlicht gehaltenen Roman ein Gefühl für die materiellen Bedingungen zu vermitteln, unter welchen die Bolschewiki die russische Revolution gegen den Zarismus vorbereiteten.

Auf 390 Seiten begleiten die Leser:innen den Berufsrevolutionären Nikolai Baumann „Gratsch“ (dt. Krähe) auf seiner Reise durch die Steppen, Dörfer und Städte des damaligen zaristischen Reichs. „Gratsch“ befindet sich, wie so viele Revolutionär:innen, in der Verbannung in der Schweiz. Beeinflusst von Lenin und neu organisiert kehrt er gestärkter als je zuvor nach Russland zurück. Die Mission für ihn und seine Weggefährt:innen ist klar: Lenins Stimme aus der Verbannung muss zu ihrer eigenen werden, um die Arbeiter:innen für eine tatsächliche Revolution zu organisieren.

Was von Seiten des Autors zuweilen etwas einfach klingt, soll in der Essenz vor allem eins vermitteln: Diesen Weg beschreiten die Revolutionär:innen mit unermüdlicher Loyalität und Liebe zur Arbeiter:innenklasse. Mit Mut, Vertrauen und Optimismus, entgegen jedem Angriff und Verrat, auch durch vermeintlich Verbündete.

Der Roman eignet sich also bestens als Einstiegslektüre, begleitend zu einer historischen Annäherung an die russische Revolution. Es vermittelt ein erstes Gefühl für die Kräfteverhältnisse der damaligen Zeit und ist darüber hinaus sehr lehrreich über die Notwendigkeit von Massenpropaganda und die Etablierung von Massenzeitungen – auch unter den widrigsten Bedingungen.

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