Wie organisiere ich einen Lesekreis?

Selbstbildung und Lesekreise

Als Kommunist:innen setzen wir uns zum Ziel, ein allseitiges Klassenbewusstsein in unserer Klasse, bei unseren Genoss:innen und bei uns selber zu schaffen und dieses Bewusstsein immer weiterzuentwickeln. Dies ist eine notwendige Voraussetzung für die erfolgreiche Durchführung der sozialistischen Revolution sowie für das Fortschreiten zum Kommunismus.

Klassenbewusst zu sein bedeutet, den Marxismus-Leninismus in Theorie und Praxis anzuwenden und weiterzuentwickeln – fortwährend für die Einheit unseres Denkens, Fühlens und Handelns zu kämpfen. Dieses Klassenbewusstsein benötigt eine Vielzahl an bewusstseinsbildenden Maßnahmen. Dazu gehört auch die direkte Aneignung der Theorie, um sie anschließend lebendig auf Fragen der Praxis anwenden zu können.

Die wichtigste Maßnahme zur Aneignung der Theorie ist die Selbstbildung. Also das systematische Studium von kommunistischer Theorie sowie revolutionären Erfahrungen der Arbeiter:innenbewegungen aller Länder. Nur wer sich intensiv und individuell mit diesen Fragen beschäftigt, wird das notwendige Wissen erlangen, um anschließend die Theorie in der Praxis anzuwenden und sein Bewusstsein zu entwickeln.

Ein zentrales Hilfsmittel, um die Selbstbildung der einzelnen Genoss:innen zu unterstützen, ist der kollektive Lesekreis. Dieser ist zudem ein Hilfsmittel, um Menschen an die systematische Beschäftigung des Marxismus-Leninismus heranzuführen.

Der wissenschaftliche Kommunismus ist eine Wissenschaft, und muss auch als solche studiert werden. An dieses „Studium“ herangeführt zu werden, Diskussionen über das Studierte zu führen, die Fragen in Bezug auf die aktuelle Praxis zu diskutieren – das ist die Aufgabe eines Lesekreises. Der Lesekreis kann eine kollektive Form sein, um selbst gelesenes besser zu verarbeiten. Aber nur das intensive Selbststudium führt zu einer wirklichen Durchdringung des Stoffes und der Lesekreis soll dabei helfen und diese notwendige individuelle Entwicklung als Revolutionär:in anregen und begleiten.

Verschiedene Arten von Lesekreisen

In der Praxis können wir verschiedene Arten von Lesekreisen unterscheiden:

  • Niederschwelliger Lesekreis: Bei diesem Lesekreis trifft man sich gemeinsam, um vor Ort zu lesen und direkt über das gelesene zu diskutieren. Diese Art von Lesekreisen bietet sich für solche Zusammensetzungen an, bei denen Menschen noch große Schwierigkeiten haben, selbstständig längere Texte zu lesen und zu durchdringen. Auf diesem Niveau sollten Texte bzw. in sich geschlossene Kapitel behandelt werden, die in maximal 2-3 Sitzungen abgeschlossen sind.
  • Standard Lesekreis: Bei diesem Lesekreis haben alle Personen einen verabredeten Text vorab gelesen und im Lesekreis werden die Inhalte noch einmal gemeinsam wiederholt bzw. durchdrungen, vertieft und es finden erste Anwendungsschritte statt. Dies ist die Art, die wir grundsätzlich anstreben sollten, da sie einen schnelleren Fortschritt verspricht und das Selbststudium mehr anregt. Auf diesem Niveau sollten möglichst Themen und Texte (bzw. Kapitel) behandelt werden, die in einer überschaubaren Anzahl von Sitzungen abgeschlossen werden können.
  • Fortgeschrittener Lesekreis: Diese Art von Lesekreisen kann bei Genoss:innen angewendet werden, die bereits im Selbststudium geübt sind, Texte üblicherweise eigenständig verstehen und durchdringen. In der kollektiven Diskussion steht vor allem die kritische Diskussion über das Gelesene und die Anwendung auf heute im Vordergrund. Die Lesekreis-Treffen bestehen hier vor allem aus der Diskussion von kritischen Anmerkungen, Fragen und Anwendungsdebatten. Auf diesem Niveau können auch längere Bücher und kompliziertere Texte behandelt werden.

Organisation des Lesekreises

Je nach Zusammensetzung der Teilnehmenden sollte man sich für eine „Art“ entscheiden, die man anstrebt – wobei selbstverständlich in der konkreten Situation die Art im Lesekreis voranzugehen auch abgeändert werden kann. Die Gruppengröße sollte möglichst 10 Personen nicht überschreiten, da sonst die Beteiligung einzelner sehr stark abnimmt.

Wie oft man sich als Lesekreis trifft, hängt von der „Art“ des Lesekreises und von der Zielgruppe ab. In der Praxis hat sich jedoch gezeigt, dass der maximale Abstand zwischen den Treffen nicht mehr als 4 Wochen sein sollte, da sonst keine wirkliche Kontinuität gewahrt wird, Erfolge in der eigenen Entwicklung nicht gesehen werden und sich der Lesekreis schnell verläuft.

Zur technischen Kommunikation zwischen den Lesekreisen können Messangergruppen als Hilfsmittel genutzt werden, um die Literatur zu verbreiten, terminliche Absprachen durchzuführen usw. Sie sollten in der Regel auf die Organisation der Lesekreise begrenzt sein und nicht zu Diskussionsgruppen ausarten. Inhaltliche Diskussionen und Fragen können erfahrungsgemäß besser auf den Treffen geklärt werden.

Als Ort für den Lesekreis sollte ein ruhiger Ort ausgewählt werden, an dem sich alle Teilnehmer:innen konzentrieren können und bei dem möglichst Tische zur Verfügung stehen. Ist dies nicht der Fall, kann aber auch ein Wohnzimmer oder ähnliches genutzt werden.

Erfahrungsgemäß ist es am besten, wenn die Literatur in Buchform vorliegt und alle sich dieselbe Ausgabe eines Buches besorgen. Dafür kann auch eine Person den Text für alle einmal ausdrucken. Nur in seltenen Fällen arbeiten Menschen am Bildschirm die Texte wirklich so durch, wie wenn dieser ihnen gedruckt vorliegt. Dennoch kann die Literatur natürlich immer auch in eine vorhandene Messangergruppe zum Download gesendet werden.

Auswahl der Literatur

Das Ziel des Lesekreises ist die Vermittlung, Durchdringung und Anwendung unserer Weltanschauung, des wissenschaftlichen Kommunismus bzw. des Marxismus-Leninismus.

Da es sich um eine wissenschaftliche Weltanschauung handelt, können auf Basis des dialektischen Materialismus letztlich jegliche Themen behandelt werden. Es gilt jedoch zu beachten, dass das Durchdringen der Grundlagen die Voraussetzung ist, um komplexere Themen/Fragen oder solche Themen, die von den Kommunist:innen bisher kaum behandelt wurden, zu diskutieren.

Aus diesem Grund sollte bei der Auswahl der Literatur am bisherigen Wissensstand der Teilnehmenden angesetzt werden und diesem Stand entsprechende Werke ausgesucht werden.

Als Einsteigerwerk bietet sich zum Beispiel das Buch „Grundlagen des Marxismus-Leninismus“ des Verlags Leo Jogiches an. Darüber hinaus haben wir als eine Reihe an Textvorschlägen („Leselisten“) zu den verschiedensten Themenbereichen des Marxismus-Leninismus online gestellt.

Vorbereitung des Lesekreises

Ein erfolgreicher Lesekreis benötigt eine aktive Vorbereitung und aktive Anleitung. Dafür benötigt man ein oder zwei Personen, welche sich ausführlich auf den Inhalt vorbereiten und die Bereitschaft haben, sich auch über den vorliegenden Text hinaus intensiver in die Materie einzuarbeiten.

In der Vorbereitung sollte man sich an der eigenen Rolle orientieren, welche darin besteht, den Lesekreis im Stil einer fragenden und zusammenfassenden Moderation zu leiten. Das bedeutet, dass man als Vorbereitende:r Fragen stellt, die von der Gruppe beantwortet werden, um so die zentralen Inhalte des Textes zusammenzutragen und sich gemeinsam zu erarbeiten. Dabei sollten alle Fragen der Teilnehmenden geklärt und die wichtigsten Aussagen herausgestellt werden.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, ist es notwendig, sich im Vorfeld entsprechend auf den Lesekreis vorzubereiten:

Zuerst muss der Text selber gelesen und möglichst vollständig durchdrungen werden. d.h. innerhalb des Textes müssen zentrale Begriffe ebenso wie zentrale Aussagen markiert werden, der Text selber in Sinnabschnitte unterteilt werden, und am besten die zentralen Aussagen eines jeden Sinnabschnitts in eigenen Worten zusammengefasst werden (Ein Konspekt erstellen).

Daraufhin sollte die inhaltliche Diskussion über den Text vorbereitet werden.

Nicht jeder Sinnabschnitt sollte im Lesekreis gleich intensiv behandelt werden. So sollte man sich überlegen, welche Aspekte aus dem gesamten Text die Menschen unbedingt „mit nach Hause nehmen“ sollen, die auf jeden Fall so sitzen, dass sie sie in der nächsten Diskussion selber anwenden oder erklären können. Darauf sollte ein Schwerpunkt gelegt werden.

Auf Basis dieser Schwerpunktsetzung sollte man sich überlegen, wie lange bzw. intensiv man welchen Abschnitt diskutieren will. Daran muss man natürlich nicht penibel festhalten, wenn wichtige Diskussionen entstehen oder es länger dauert, den Inhalt allen klarzumachen. Aber ebenso wie bei der Moderation eines politischen Treffens hat man auch im Lesekreis die Aufgabe, Diskussionen zu einem guten Ende bringen, sodass ein rundes Ergebnis am Schluss stehen bleibt.

Auf Basis dieser Ausrichtung kann man zu den verschiedenen zentralen Begriffen und Aussagen jedes Textabschnitts für sich Fragen vorformulieren. Dabei kann man sich an folgenden Fragestufen“ orientieren.

  1. Reproduktion: Fragen nach Informationen aus dem Text – Ziel ist das einfache Verständnis. Bsp.: „Was ist eine Produktionsweise?“.
  2. Analyse: Fragen nach Beziehungen innerhalb des Textes Ziel ist das komplexe Verständnis des Textes. Bsp.: „Wie stehen Produktionsweise, Produktionsverhältnisse und Produktivkräfte im Verhältnis zueinander?“; „Was ist die Ursache von …“, „Wie entsteht …“; „Welche Folgen hat …“; „Wie hängt … mit … zusammen?“; „Wodurch unterscheidet sich … von …“; „Was ist das gemeinsame von … und …“; „Wie wird … begründet“.
  3. Reflexion: Fragen nach Bewertung und Reflexion. Ziel ist die kreative Anwendung auf heute. Bsp.: „Wie bewertet ihr den Inhalt des Abschnitts aus heutiger Sicht?“; „Welchen Gedanken findet ihr für eure Praxis besonders wichtig?“; „Kennt ihr das, was in dem Abschnitt beschrieben wird, aus eurem Umfeld oder der politischen Praxis?“; „Welche Relevanz hat es für die politische Praxis?“; „Was können wir daraus für die politische Praxis lernen?“.
  4. Advocatus Diaboli (Der kritische Kritiker): Fragen stellen oder Aussagen zu tätigen, die sonst die Gegenseite tätigt – Ziel ist es, dass die Personen nicht nur reproduzieren, sondern gezwungen sind aktiv zu argumentieren. Bsp.: „Wieso wollt ihr denn eine ‚Diktatur des Proletariats‘ ich dachte wir sind für die Demokratie?“; „Die Frage nach dem Verhältnis von Sein und Bewusstsein – ist das nicht wie die Frage nach der Henne und dem Ei – also eine Frage, die wir einfach nicht beantworten können?“. Gerade diese Fragen können eine müde Runde munter machen und dazu führen, dass gelesenes nicht nur wiedergekäut, sondern die ganze Gruppe zum Nachdenken angeregt wird.

Nicht zu jedem Sinnabschnitt muss aus jeder dieser Kategorie eine Frage gestellt werden. Das muss man konkret einschätzten: sind hier nur einfach Sachinformationen genannt und man kann direkt zur „Anwendung“ (Stufe 3) kommen oder sind hier komplexe Begriffe eingeführt und man sollte sich erst einmal darauf konzentrieren, diese kollektiv zu verstehen (Stufe 1)? Zudem sollten nur so viele Fragen gestellt werden, wie man dem Textabschnitt Zeit und Priorität einräumen will.

In der Praxis dienen diese Fragen nur als eigene Gedankenstütze, um durch den Text hindurchzuführen. Vielleicht zeigt sich während der Diskussion, dass eine Frage überflüssig ist, weil die Gruppe bereits weiter ist; vielleicht muss man eine andere Frage nachschieben; vielleicht fällt einem in der Diskussion eine andere Anwendungsfrage ein. All das ist erlaubt und man erlernt die Methode der fragenden und zusammenfassenden Moderator:in mit eigener Übung und Erfahrung.

Zuletzt gilt: Je besser vorbereitet die Menschen in den Lesekreis kommen, also umso intensiver sie Selbstbildung betrieben haben, desto besser ist der Lesekreis. Um bei der Vorbereitung zu helfen, kann es deshalb nützlich sein, den Teilnehmenden vorab Vorbereitungsfragen zukommen zu lassen.

Ablauf des Lesekreises

Das wichtigste Ziel beim Lesekreis ist wie bereits dargestellt, das Verständnis des Textes sicherzustellen, eine lebendige Diskussion zuführen und zugleich zum vertieften Selbststudium zu animieren. Besonders wichtig ist es dabei darauf zu achten, dass von allen Seiten eine aktive Beteiligung stattfindet. Das ist sowohl zentral für die Stimmung der Gruppe als auch dafür, dass alle Genoss:innen das diskutierte aktiv verarbeiten – und das tut man nun mal am besten, wenn man nicht nur „zuhört“, sondern aktiv mit diskutiert.

Als zeitlicher Rahmen für einen Lesekreis bieten sich 2 ½ – 3 ½ Stunden an, mit einer oder mehreren Pausen.

Zum Beginn eines Lesekreises kann es Sinn machen, die Menschen zu bitten per Handzeichen zu zeigen, wie viel vom Text sie gelesen haben, um zu wissen, ob man vor einer Gruppe sitzt, wo alle sehr gut vorbereitet sind und man schneller zu Anwendungsfragen kommen kann, oder einer Gruppe hat, wo nur ein kleiner Teil vorbereitet ist und man dementsprechend viele Fragen erst einmal „während“ dem Lesekreis klären muss.

Anschließend ist es sinnvoll eine kurze Zusammenfassung bzw. Wiederholung der Ergebnisse vom letzten Lesekreis zu hören und eine Person zu bestimmen, welche für den nächsten Lesekreis eine solche Kurzzusammenfassung vorbereitet. Gerade wenn mehr als zwei Wochen zwischen den Terminen liegen hilft dies den inhaltlichen Faden wieder aufzunehmen.

Dann folgt der Hauptteil, durch welchen man anhand der vorbereiteten Fragen und geplanten Abschnitte für die hindurchführt.

Zum Abschluss macht man eine kurze Auswertungsrunde des Lesekreises. Dort sollte man als vorbereitende Person zum Schluss sprechen und seine Eindrücke schildern. Meist kann man diese Gelegenheit nutzten, um besonders gute Diskussionen hervorzuheben oder nochmal auf die Bedeutung der Vorbereitung eines jeden einzelnen hinzuweisen.

Am Ende sollte man zudem kollektiv festlegen, wer den nächsten Lesekreis vorbereitet, wann der Termin stattfindet und welcher Text gelesen wird, sowie möglicherweise darauf folgende Texte festlegen, falls der aktuelle bald zu Ende geht und man bspw. Literatur besorgen oder drucken muss.

Darauf sollte man dringend achten

Es gibt zudem noch einige Aspekte, die man als anleitende Person achten sollte:

  • Begriffe erklären: Die Begriffsklärung ist ein essenzieller Teil, um viele Texte zu verstehen. Meist zeigt sich auch bei scheinbar „erfahrenen“ Genoss:innen immer wieder, dass selbst diese Schwierigkeiten haben, grundlegende Begriffe mit eigenen Worten wiederzugeben. Deshalb sollten Fragen wie „Kennen alle diesen Begriff? Ja jeder? Ok dann weiter!“ eher vermieden werden. Selten möchte man sich die „Blöße“ geben, dann zu äußern, dass man einen Begriff nicht kennt. Lieber einfach knapp die Diskussion führen und einen Begriff oder ein Fremdwort erklären.
  • Fragen anstoßen: Das Ziel der Moderation ist es, eine Auseinandersetzung mit dem Text anzustreben. Deshalb sollte man immer wieder zu Fragen auffordern und etwa am Ende eines Abschnitts nicht fragen: „Gibt es noch Fragen?“, sondern besser „Welche Fragen habt ihr?“
  • Selber zum Punkt kommen: Die „Fragemethode“ kann auch in ihr Gegenteil umschlagen, und zwar, wenn die anleitende Person nicht wirklich auf die Antworten eingeht und mit ihnen arbeitet, sondern die Lesekreisteilnehmenden das Gefühl haben, dass man so lange „raten“ muss, bis die einzige korrekte Antwort gesagt wird (äußert sich in Fragen an die Moderation wie „Worauf willst du hinaus?“). Sollte eine Runde mit der eigenen vorbereiteten Frage nichts anfangen können, kann man sie vielleicht nochmal neu stellen oder manchmal auch einfach die eigene Antwort nennen und darüber ins Gespräch kommen.
  • Expertendiskussionen vermeiden: Die Literatur sollten wir als ein Hilfsmittel sehen, um uns den wissenschaftlichen Kommunismus lebendig und allseitig anzueignen. Das bedeutet, dass wir uns nicht in „Spezialdiskussionen“ verheddern sollten, wenn wir bei der Interpretation dieser oder jener Textstelle nicht weiterkommen und in dieser Diskussion Menschen nicht mehr folgen können. Hier können im Zweifel auch Diskussionen nicht ganz „zu Ende geführt“ werden, bzw. nochmal als Aufgabe verteilt werden, hierzu einen kleinen Input zum nächsten Mal vorzubereiten.

Weitere Methoden für den Lesekreis

Bei der Vorbereitung und Durchführung eines Lesekreises hat sich die oben genannte Fragemethode bewährt. Darüber hinaus kann man mit verschiedensten Methoden im Lesekreis noch mehr variieren. Hier nur einige Beispiele:

  • Murmelrunde: Man stellt eine etwas kompliziertere oder grundlegende Frage (z.B. am Anfang eines Lesekreises), die in zweier Gruppen (Sitznachbarn) kurz leise („murmelnd“) vor diskutiert werden soll (max. 2-3 Minuten). Das führt dazu, dass alle in die Diskussion finden und man selber mit gespitzten Ohren mitbekommen kann, wo schon welches Verständnis da ist. Außerdem bietet dies die Grundlage, um z.B. etwas stillere Menschen aufzufordern aus der Diskussion zu berichten, da sie nun die Gedanken bereits vorsortieren konnten. Diese Methode kann auch nach einer Pause angewendet werden, um wieder gut in die Diskussion zu kommen.
  • Mit Visualisierung arbeiten: In diversen Themen bietet es sich an, mit einer Tafel und Zeichnungen zu arbeiten, um Zusammenhänge, Rechnungen, Beziehungen usw. korrekt darstellen zu können. Gerade im Themenbereich Ökonomie hat sich etwa gezeigt, dass dies zum wirklichen Verständnis oftmals unerlässlich ist. Die Zeichnungen können sowohl von der vorbereitenden Person aufgemalt werden (z.B. bei der „Zusammenfassung“) oder auch von anderen Personen, wobei dabei mit bedacht werden muss, dass dies voraussichtlich mehr Zeit benötigt.
  • Einzelarbeit: Es kann durchaus Sinn machen, während eines Lesekreises eine etwas schwierigere Frage zu stellen, zu der sich jede:r kurz 2-3 Minuten Notizen machen soll, um danach kollektiv zu diskutieren. Auch das kann unsicheren Genoss:innen helfen, sich mehr zu beteiligen.
  • Videos: Auch der Einsatz von Videos kann eine gute Abwechslung in einem Lesekreis sein: Beispielsweise, wenn am Ende einer Diskussion in einem Video des politischen Gegners die Argumente der Gegenseite vorgetragen werden, zu der man dann kollektiv Gegenargumente entwickelt. Auch kann in den Diskussionen mit den Videos von Klassenbildung gearbeitet werden.

Wir hoffen, dass euch unsere Gedanken zur Organisation und Durchführung von Lesekreisen in eurer kollektiven Bildungsarbeit weiter helfen können.

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